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Netzwerk zur Frauengeschichte vor Ort

Berlin ZeitSchritte

Das ZeitSchritte Projekt ist nicht mehr aktiv, aber Infos über dieses Projekt sind weiterhin erhältlich über:

 

Iris Wachsmuth

Dr.phil., Soziologin und Biographieforscherin

Tel.: 0176/20146803

 


Zum Projekt enstand folgendes Buch:

Constanze Jaiser • Antje Kahl • Regine Strecker • Iris Wachsmuth

Von Talkshows und Wäscheleinen.Ein anderer Weg in die Gedenkstätte Ravensbrück Mit einem Beitrag von Ute Hoffmann

Berlin: Metropol VerlagISBN 978-3-940938-56-5192 Seiten, Preis: 19,00 Euro

 

Wie viele Fakten und vor allem welche braucht ein Rundgang zur Geschichte des KZ Ravensbrück? Wie kann die Gruppensituation genutzt werden für eine Vielstimmigkeit des Diskurses und als Bereicherung in der Auseinandersetzung mit dem Thema? Und wie vermeidet man moralgeladene Zwänge im Lernprozess? 50 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück und 10 Jahre einer außergewöhnlichen Zeitreise, die deutsche und internationale Gruppen von Berlin nach Ravensbrück geführt hat – Grund genug, dieses „ZeitSchritte“ genannte Tagesseminar zu dokumentieren und Interessierten in und außerhalb von Gedenkstätten zur Verfügung zu stellen.

Bestellung im Buchhandel oder unter: http://www.metropol-verlag.de/Tel.: (0 30) 2 61 84 60

 

Inhalt  I. Einleitung II. Von Wäscheleinen, Talkshows und Kassibern. Der ZeitSchritte-Rundgang im Überblick 

III. Rückblicke: Die Entwicklung des Konzepts zwischen Theorie und Praxis IV. Das Prinzip der Interaktion oder was das Führen zu einem Gedenkstättenrundgang noch bedeuten kann V. Vergessene Perspektiven: Täterinnen – Nähe und Distanz     zu einem bis dahin vergessenen Kapitel der Geschichte von Frauen im KZ Ravensbrück SS-Aufseherinnensiedlung vor der Sanierung VI. Inszenierungen: Die n.s. tours-Reiseleiterin – Agieren im öffentlichen Raum VII. Annäherungen an die eigene Familienbiografie – die kleinen Geschichten in der großen Geschichte VIII. Zielgruppen: Flexibles Konzept mit großer Wirkung  IX. Transfer: Oder warum wir dieses Buch eigentlich schreiben X. Transfer von Kreativmethoden – Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel der Gedenkstätte Bernburg (Dr. Ute Hoffmann)     Anhang Über uns Literaturauswahl
 

Aus der Einleitung Der vorliegende Band dokumentiert einen kreativen Gedenkstättenrundgang von Berlin nach Ravensbrück, den wir am 16. Mai 1999 erstmals öffentlich realisiert haben. […]Das Konzept war explizit angekündigt als kreativer, alternativer Gedenkstättenrundgang: „Unsere Annäherungen laden zum aktiven Mitmachen ein. Sie beginnen bereits in Berlin, entfalten sich auf dem Bahnhof Fürstenberg, erfordern spielerische Kreativität auf dem Fürstenberger Yachthafen und verlaufen schrittweise bis zur eigenen Ankunft auf dem Gedenkstättengelände, das nur über die ehemaligen Wohnstätten der SS-Aufseherinnen zu erreichen ist. Erwartungshaltungen werden auf den Kopf gestellt, Historisches erfahrbar gemacht und in Bezug zu uns heute gesetzt.“ Bis heute fehlt uns eine adäquate Kategorie für das Programm: Es ist keine Führung im klassischen Sinne, allein schon, weil sie bereits auf der Zugfahrt nach Ravensbrück beginnt und ihr Schwerpunkt außerhalb der Gedenkstätte selbst liegt. Am ehesten ist es ein Tagesseminar, das auf Ortsbegehungen und Kommunikationsangeboten basiert, die von Inszenierung bis Interaktion reichen.[…] Egal, welche Gruppe, es schien anzusprechen, und für viele war und blieb es (trotz mancher Skepsis Einzelner im Vorfeld) eine besondere Erfahrung, die ihren Umgang mit NS-Geschichte und Gedenkstättenbesuchen nachhaltig geprägt hat.  […] Zunächst geben wir einen kommentierten Überblick zu den Prämissen unserer Arbeit und den angewandten kreativen Vermittlungsformen. In einem Rückblick zeichnen wir die spannende Entwicklung eines Konzeptes von der Theorie zur Praxis nach: Wie viele Fakten und vor allem welche braucht ein Rundgang zur Geschichte des KZ Ravensbrück? Wie viel Leitung braucht ein Rundgang? Wie viel Streitkultur braucht ein Konzept zur Vermittlung von NS- und KZ-Geschichte? Auf dem Weg von den interdisziplinären theoretischen Debatten durchs enge Nadelöhr hin zu einer gangbaren Praxis ließen wir unbezweifelbar Federn. Doch fanden wir am Ende das, was alle für ein tragfähiges Modell hielten: das Prinzip der Interaktion als Prämisse unserer Angebote; eine Balance zwischen Führung (verstanden als Begleitung), freier Entfaltung individueller Lernprozesse und Angeboten, hierbei die Gruppensituation zu nutzen für eine Vielstimmigkeit des Diskurses und für eine emotionale Stabilisierung in der Auseinandersetzung mit dem Thema   „Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück“. Ein eigenes Kapitel ist uns die damals noch wenig bearbeitete Perspektive weiblicher Täterschaft am Ort Ravensbrück wert, die Nähe und Distanz zu einem bis dahin vergessenen Kapitel der Geschichte von Frauen im KZ Ravensbrück. Ebenfalls gesondert wollen wir auf das Mittel der Inszenierung im Rahmen unseres Rundganges eingehen, und zwar speziell jener Inszenierung, die mit Provokation arbeitet, die Figur der n.s.-tours-Reiseleiterin. Die Annäherung an unser Konzept wurde auf gruppendynamischer Ebene auch getragen von sehr persönlichen Formen der Verständigung. Neben Modellen aus der kollegialen Beratung, dem Psychodrama, dem kreativen Schreiben u. a. wagten wir auch eine persönliche Auseinandersetzung mit unseren eigenen Familienbiografien, ein Unterfangen, das das Vertrauen in der Gruppe nachhaltig beförderte und das, im Nachhinein betrachtet, vielleicht ein zentrales Element darstellt auf dem Weg durchs Nadelöhr.Nicht zuletzt wollen wir einen Blick auf unsere so unterschiedlichen Zielgruppen freigeben, um daran auch die Anpassungsfähigkeit des Konzepts zu veranschaulichen. Den sich entwickelnden Fragen und zum Teil erprobten Möglichkeiten nach einem Transfer des Konzepts als Modell für Rundgänge an anderen Orten widmet sich das anschließende  Kapitel, das einen Ausblick auf künftige Reisewege gewährt. Für ein konkretes Beispiel, wie ein Transfer unserer Arbeit in andere Zusammenhänge geleistet wurde, konnten wir Dr. Ute Hoffmann gewinnen, die uns als Leiterin der Gedenkstätte Bernburg schon vor Jahren zu einem Workshop einlud, um Möglichkeiten einer Übertragung unserer Methoden zu diskutieren. Was daraus geworden ist, wie sie vor Ort Anregungen und Methoden der ZeitSchritte-Gruppe an ihre Ansprüche anpasste und in ihre (Bildungs-)Arbeit implementierte, davon wird im letzten Kapitel die Rede sein.

 

Iris Wachsmuth ist außerdem u.a. auch noch an zwei weiteren Projekten beteiligt:

 

- Women in the center of Berlin. Guided tours in English with different topics like 'her' story of equal rights (siehe auch www.frauentouren.de)

 

- Hilde Radusch (1903-1994): Rundgänge und Gedenktafel (MMS Berlin) 



www.naz-berlin.org



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